Contentbereitstellungsoptionen

Product
Video Cloud
Betrifft die Rollen
Publisher
Version
Brightcove 5
Edition
Pro, Enterprise

Mithilfe der Informationen in diesem Themenbereich können Sie entscheiden, welche Option am besten für die Contentbereitstellung mit Video Cloud geeignet ist.

Nachdem Sie ein Video Cloud-Publisherkonto erstellt haben, müssen Sie überlegen, wie die Videodateien bereitgestellt werden sollen. Video Cloud bietet viele Möglichkeiten mit unterschiedlichen Vorteilen und Einschränkungen. Die ausgewählte Bereitstellungsmethode hängt von vielen Faktoren ab. Sie sollten dabei berücksichtigen, wie geschützt die Videodateien sein sollen, wie Sie Ihre Zielgruppe erreichen möchten, welche Hochlademethode Sie bevorzugen, ob der Videocontent bereits in einem anderen CDN (Content Delivery Network oder Content Distribution Network) gespeichert ist usw.

Die in diesem Thema beschriebenen Contentbereitstellungsoptionen stehen nur Video Cloud Enterprise-Publishern zur Verfügung. Video Cloud Pro- und Express-Publisher müssen Brightcove als CDN nutzen.

Die folgenden Lerninhalte werden hier behandelt:

Was ist ein CDN?

Publisher nutzen CDNs zur breit angelegten Bereitstellung ihrer Medien im Internet. Wikipedia definiert CDN folgendermaßen:

Ein Content Delivery Network (CDN) – oder auch Content Distribution Network (CDN) genannt – ist ein System von über das Internet verbundenen Computern, die transparent zusammenarbeiten, um Endbenutzern Content meist zur Verbesserung der Leistung, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz zur Verfügung zu stellen.

Es gibt zahlreiche marktübliche CDNs. Als Video Cloud Pro- oder Express-Kunde ist Brightcove Ihre CDN-Lösung. Als Video Cloud Enterprise-Kunde können Sie Ihren Content über ein Brightcove-CDN oder ein anderes von Video Cloud unterstütztes CDN bereitstellen.

Kann ich meinen Content ohne CDN bereitstellen?

Falls Sie wenig Zugriffe erwarten oder vollständige Kontrolle über die Zugriffe auf Ihre Videos verfügen, benötigen Sie zum Bereitstellen der Videos möglicherweise kein CDN. Beispiel: Einige Kunden möchten Ihren Content in einem internen Wiki-Netzwerk oder einem privaten Netzwerk bereitstellen. Möglicherweise bewältigt Ihr System die Bereitstellung von Medien ohne externes CDN. Weitere Informationen zur Unterstützung dieses Setups durch Brightcove erhalten Sie beim Brightcove-Kundensupport oder bei Ihrem Kontomanager.

Wie wird Mediencontent bereitgestellt?

Es gibt einige grundlegende Contentbereitstellungsmethoden:

Progressiver Download (auch als PD bezeichnet)

Bei der Bereitstellung von Content mittels progressivem Download wird die Datei von einem Standardwebserver über eine HTTP-Anforderung bereitgestellt, so wie eine normale Webseite oder andere Dokumente zum Herunterladen. Bei der Wiedergabe des Videos startet zunächst der Download der Videodatei auf die Festplatte des Betrachters; anschließend wird die Wiedergabe gestartet. Die Wiedergabe des Videos beginnt, wenn genügend Daten des Videos auf die Festplatte des Betrachters heruntergeladen wurden. Im Vergleich zu Streamingvideos hat der progressive Download nur einen wirklichen Vorteil: Zur Bereitstellung des Videos ist kein Streamingserver erforderlich. Die Videobereitstellung mittels progressivem Download kann über jeden normalen Webserver erfolgen.

Dies ist zwar praktisch und kostengünstig, beachten Sie aber die folgenden potenziellen Probleme:

Der progressive Download eignet sich hervorragend für Bastler, Websites mit geringen Zugriffszahlen und für Benutzer, die das Zwischenspeichern ihres Contents auf dem Computer des Betrachters nicht stört und deren Videos relativ kurz sind (max. 10 Minuten). Kunden, für die erweiterte Funktionen und das Steuern der Videobereitstellung erforderlich ist und/oder die Videos einer größeren Zielgruppe (mehreren hundert gleichzeitigen Betrachtern) zur Verfügung stellen, Nutzungs- und Wiedergabestatistiken für Videos erfassen und protokollieren oder eine bestmögliche interaktive Wiedergabe anbieten möchten, müssen ihre Videos streamen. Bei der Bereitstellung mittels Streaming ist außerdem weniger Bandbreite erforderlich als bei der progressiven Bereitstellung, da nur der gerade wiedergegebene Teil des Videos tatsächlich bereitgestellt wird.

Streaming (auch als FMS, RTMP oder RTMPE bezeichnet)

Streaming-Medien sind Multimediaobjekte, die während der Bereitstellung durch einen Streaming-Anbieter fortwährend von den Endbenutzern empfangen und ihnen normal dargestellt werden.

Real Time Messaging Protocol (RTMP) ist ein von Adobe Systems für das Streamen von Audio, Video und Daten über das Internet zwischen einem Flash Player und einem Server entwickeltes geschütztes Protokoll. Beim Videostreaming wird eine konstante Verbindung zwischen den Clients und dem Streamingserver hergestellt. Vom Server werden dann Videobits zum Client gestreamt. Vom Betrachter werden diese Videobits angezeigt und umgehend wieder gelöscht. Unter Überblick über das Streamen mit Flash Media Server 3 finden Sie weitere Informationen von Adobe.

Verwenden Sie Streaming in den folgenden Situationen:

  • Beim Bereitstellen von langen Dateien (mindestens 10 Minuten) oder von Dateien mit hoher Bitrate (HD).
  • Verwenden Sie die Funktion für das Streaming mit variabler Bitrate von Video Cloud, durch die die Bandbreitenerkennung genutzt und die für die verfügbare Hardware bestmögliche Qualität bereitgestellt wird. (Beachten Sie, dass das Streaming mit variabler Bitrate für den progressiven Download zwar zur Verfügung steht, in diesem Fall die Bandbreite jedoch nur zu Beginn der Wiedergabe erkannt und bei Änderungen der Bandbreite nicht angepasst wird.)
  • Stellen Sie mehr Streams bei niedrigerer Bandbreite bereit.

Brightcove hat die RTMP-Bereitstellung durch die Bereitstellung eines Gültigkeitsdauer-Tokens (TTL) für jede in einem Video Cloud-Player bereitgestellte Videodatei verbessert. Die Gültigkeitsdauer (manchmal als TTL abgekürzt) ist eine Begrenzung der Dauer oder Anzahl der Wiederholungen oder Übertragungen in der Computer- und Computernetzwerktechnologie, die eine Dateneinheit (z. B. ein Paket) erfahren kann, bevor sie gelöscht werden sollte. Mit Flash Media Server (FMS) hat Brightcove einen benutzerdefinierten Ansatz implementiert, durch den zusätzliche Sicherheit in der FMS-Serverinfrastruktur im CDN gewährleistet wird. Dies wird durch einen Hashalgorithmus und eine Gültigkeitsdauer (TTL) für jeden Stream sichergestellt.

Nach erfolgreicher Zusammenarbeit mit Adobe und unseren CDN-Partnern wird nun auch RTMPE im Video Cloud-Player unterstützt. RTMPE ist eine verbesserte und verschlüsselte Version von RTMP und wurde von Adobe Systems für eine sicherere Übertragung der Streamingdaten zwischen Flash-Client und -Server entwickelt. RTMPE ist schneller als SSL und setzt keine Zertifikatsverwaltung wie SSL voraus.

Anbieter von Streaming-Aufzeichnungssoftware versuchen immer wieder, mittels Adobe Flash bereitgestellte Videos zu erfassen und archivieren. Heutzutage unterstützen wenige dieser „Ripper“ das von Adobe Flash Media Server (FMS) verwendete Protokoll RTMP (Real-Time Messaging Protocol). Mit Flash Media Server 3.0 und Adobe Flash Player 9.0.115 wurde das RTMPE-Protokoll, eine Lösung zur Echtzeitverschlüsselung, eingeführt, mit der das Aufzeichnen von Streams aus Flash verhindert wird. Auf mehr als 98 % der mit dem Internet verbundenen Computer ist nun mindestens Adobe Flash Player 9.0.115 installiert, und Flash Media Server 3 wird von allen CDNs unterstützt.

Universaler Bereitstellungsdienst

Der universale Bereitstellungsdienst (UDS) von Video Cloud ermöglicht es Benutzern, die Vorteile von Streaming und progressivem Download zu nutzen. Wird UDS für das Streamingkonto aktiviert, werden die Videos an die Video Cloud-Player gestreamt. Sie können jedoch in bestimmten Fällen, z. B. bei Podcasts, auch mittels progressivem Download bereitgestellt werden. Für Remoteobjekte ist UDS nicht verfügbar. Weitere Informationen über den universalen Bereitstellungsdienst.

Wie werden Bilddateien bereitgestellt?

Unabhängig davon, ob Sie für Ihren Videocontent Streaming oder den progressiven Download nutzen, werden die den Endbenutzern im für Video Cloud-Player angezeigten Bilder (z. B. Miniaturbilder und Videostandbilder) mittels HTTP-Download bereitgestellt.

Vergleich der Contentbereitstellung: Von Brightcove gehosteter Videocontent/BYO/Remoteobjekte

Video Cloud unterstützt je nach CDN-Anbieter und -Setup einige grundlegende CDN-Konfigurationen. Folgende Optionen stehen zur Auswahl:

Der Abschnitt Vergleich der Contentbereitstellungsoptionen enthält eine Tabelle mit einer Übersicht über die Vor- und Nachteile dieser CDN-Konfigurationen.

Das Brightcove CDN

Sie können das CDN von Brightcove verwenden. Video Cloud nutzt Akamai, Limelight und andere CDNs der Ebene 1, um Ihnen die Wahl zwischen progressivem Download oder Streaminghosting für Ihren Videocontent zu ermöglichen. Unter Beachtung der oben aufgeführten Bereitstellungsarten und je nach Videoanforderungen können Sie Brightcove zum nahtlosen Hosten und Bereitstellen von Videos über unsere Player mittels Download oder Streaming verwenden.

BYO CDN

Sie können das CDN auch selbst wählen (BYO CDN oder „Bring your own Bandwidth“). In diesem Fall werden abhängig von der Vereinbarung mit dem CDN-Anbieter die Videos nahtlos über Video Cloud-Player mittels progressivem Download (PD) oder Streaming bereitgestellt. Bei Nutzung von BYO CDN können Sie die Upload-Tools von Video Cloud zur Aufnahme von Content in das Video Cloud-Konto verwenden. Dieser Content wird dann an den CDN-Anbieter zur Bereitstellung für Endbenutzer über Video Cloud-Player weitergeleitet.

Damit RTMPE bei der Nutzung von BYO CDN unterstützt wird, muss der gesamte Videocontent über RTMPE bereitgestellt werden.

Remoteobjekte

Die letzte Möglichkeit umfasst Remoteobjekte. In diesem Fall haben Sie ihre Videodateien möglicherweise bereits im CDN gespeichert und möchten nicht die Upload-Tools von Video Cloud zum Hinzufügen von neuem Content nutzen. Sie können entweder das Video Cloud-Medienmodul, das FTP-Batch-Bereitstellungssystem oder die Medien-API verwenden, um in Ihrem Video Cloud-Konto Videos zu erstellen, die auf den zugrunde liegenden Videocontent verweisen, der von Ihrem CDN-Anbieter remote gespeichert wird.

Einschränkungen

Wenn Sie Videos mit Remoteobjekten erstellen, können Sie das Medienmodul verwenden, um Ihre Metadaten zu verwalten. Eine Vorschau der Videos im Medienmodul ist jedoch nicht möglich. Sie können die Bildaufzeichnungsfunktion des Medienmoduls nicht verwenden, um Miniaturansichten oder Videostandbilder von Streamingvideos mit Remoteobjekten zu erstellen. Bei Remoteobjekten geht außerdem der Schutz verloren, der durch das TTL-Schema für Streamingobjekte gewährleistet wird. RTMP-Streams können also einfacher kopiert und außerhalb eines Video Cloud-Players wiedergegeben werden, es sei denn, Sie stellen den Content mittels RTMPE bereit.

Remoteobjekte müssen entweder als Streaming-Download oder progressiver Download eingerichtet werden. Der universelle Bereitstellungsdienst ist für Remoteobjekte nicht verfügbar.

Zur Unterstützung von RTMPE bei Remoteobjekten müssen Sie beim Hinzufügen von Content zur Video Cloud-Medienbibliothek die vollständige URL angeben, einschließlich des RTMPE-Protokoll-Handlers.

Für Remoteobjekte können auch HTTP-Weiterleitungen verwendet werden. Sie können eine URL zur Weiterleitung an den Speicherort der Remotedatei verwenden. Angenommen, die URL der Remotedatei lautet http://video.example.com/MyMovie.flv. Zuvor musste der Wert des remote-url-Attributs des remote-asset-Elements für dieses Video http://video.example.com/MyMovie.flv lauten. Mittlerweile kann für das remote-url-Attribut eine URL zur Weiterleitung an den Speicherort des Videos verwendet werden, z. B. http://host.example.com/servlet.jsp?id=12345.

Weitere Informationen zu Remoteobjekten finden Sie unter Erstellen von Videos mit Remote-Videodateien.

Mehrfachauswahl

Ein Video Cloud-Konto kann zur gleichzeitigen Verwendung von BYO CDN und Remoteobjekten konfiguriert werden. Steht beispielsweise bereits ein Teil des Videocontents im CDN zur Verfügung, können Sie Remoteobjekte für den bestehenden Content verwenden (damit er nicht erneut hochgeladen werden muss) und BYO CDN für neue Uploads. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie dieses Setup benötigen. Sie können auch mehrere Video Cloud-Konten mit jeweils unterschiedlichen Contentbereitstellungsmethoden erstellen.

Konfigurieren der Contentbereitstellung mithilfe von BYO CDN oder Remoteobjekten

Dies sind die Hauptschritte für die Einrichtung mit BYO CDN oder Remoteobjekten:

  1. Wählen Sie eine Bereitstellungsmethode: Progressiver Download oder Streaming.
  2. Richten Sie ein Konto mit einem CDN ein. Derzeit wird Akamai, Limelight, Highwinds und Level3 bzw. JStream in Japan unterstützt.
  3. Wenn Sie bereits über Videocontent verfügen, der von Brightcove oder einem externen CDN migriert werden muss, wenden Sie sich an unser Serviceteam.
  4. Wenden Sie sich zum Abschließen der Einrichtung an Ihren Video Cloud-Kontomitarbeiter.

Welche CDNs werden von Video Cloud für BYO CDN unterstützt?

Video Cloud unterstützt die folgenden größeren CDNs für die BYOB CDN-Contentbereitstellung:

Video Cloud-Berichterstellung und BYO CDN oder Remoteobjekte

Bei Verwendung von BYO CDN oder Remoteobjekten werden die heruntergeladenen Gigabytes und die Minuten für Videos oder Player nicht auf der Berichtseite in Video Cloud Studio angezeigt, da Brightcove nicht in Ihr CDN integriert ist. Diese Berichte sollten Sie direkt von Ihrem CDN-Anbieter erhalten. In den Video Cloud-Berichten werden möglicherweise dennoch die heruntergeladenen Gigabytes für den Content ohne Videos angezeigt, d. h. für die Bandbreitennutzung für Video Cloud-Player-SWFs, Bilder usw.

 

Tags
CDN, FMS, progressiver Download, Remoteressourcen, RTMP, RTMPE, Streaming